Schweizerische Operationsklassifikation

Die Schweizerische Operationsklassifikation CHOP ist in sechs Hierarchiestufen eingeteilt. Auf der obersten Hierarchiestufen werden die medizinischen Behandlungen in 16 Kategorien zusammengefasst. Diese 16 Kategorien wurden hier in sieben Obergruppen zusammengefasst, um einen übersichtlichen Einstieg in die Treemap zu gewährleisten. Die sieben Kategorien der höchsten Ebene sind nicht Teil der Schweizerischen Operationsklassifikation.

Funktionsweise Zoomable Treemap
Um über die verschiedenen Kategorien mehr zu erfahren, kann in das entsprechende Feld geklickt werden, wodurch man auf die nächste hierarchische Ebene gelangt. Diesen Vorgang kann man wiederholen, bis man die unterste hierarchische Ebene erreicht. Um eine Stufe höher zu gelangen, kann in den grünen Balken über den Rechtecken geklickt werden. Dieser Balken zeigt den Namen der nächsthöheren Kategorie und den Kategorienamen der aktuellen Ansicht an.

In der Zoomable Treemap wird die Häufigkeit der der Fälle intuitiv aus der Fläche der Rechtecke ersichtlich. Die nächste Hierarchiestufe wird in der Zoomable Treemap ebenfalls dargestellt, indem die Rechtecke mit feinen Linien und unterschiedlichen Farben in Untergruppen unterteilt werden. Sofern die Felder ausreichend gross sind, werden die Kategorienamen der Untergruppen in hellgrauer Schrift unten rechts in den Feldern angezeigt. Dies erleichtert die Orientierung in der Hierarchie.

  
        
    
        
    

Aus der Zoomable Treemap ist ersichtlich, dass im Jahr 2014 mit 251'929 Fällen in der Kategorie „Verschiedene diagnostische und therapeutische Massnahmen“ am meisten Fallzahlen registriert wurden. Darauf folgen "Operationen an den Bewegungsorganen" (171'947 Fälle) und "Operationen am Kardiovaskulären System" (43'478 Fälle). Die am häufigsten durchgeführten Behandlungen waren „Sonstige manuell unterstützte Geburt“ (27'342 Fälle) sowie die „Computertomografie des Schädels“ (22'257 Fälle).

    
    

Längste Behandlungsdauer
Im folgenden Balkendiagramm sind die zehn Behandlungsprozeduren mit der längsten Behandlungsdauer und der dazugehörigen Standardabweichung sowie der jeweiligen Anzahl Fälle dargestellt. Die Bezeichnungen auf der x-Achse entsprechen dem CHOP-Code. Um die Übersicht zu gewährleisten, wurde der Visualisierung eine Legende beigefügt. Durch klicken auf die Balkenbezeichnungen können Balken ein- beziehungsweise ausgeblendet werden.
Bei fünf Kategorien gab es für das Jahr 2014 nur jeweils einen Fall und daher auch keine Standardabweichung von der durchschnittlichen Behandlungsdauer.
Die längste Behandlungsdauer im Jahr 2014 verzeichnete die "Beschäftigungstherapie" mit durchschnittlich 337.5 Tagen gefolgt von der "Intensivmedizinischen Komplexbehandlung im Kindesalter" mit 235 Tagen.

    
CodeBezeichnung
93.82 Beschäftigungstherapie
99.B7.2P Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter (Basisprozedur), 19601 und mehr Aufwandspunkte
29.33.99 (Partielle) Pharyngektomie, sonstige
99.B7.1M Intensivmedizinische Komplexbehandlung des Erwachsenen, 13801 bis 16560 Aufwandspunkte
99.B7.2L Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter (Basisprozedur), 9801 bis 11760 Aufwandspunkte
99.05.1C Transfusion von Thrombozytenkonzentrat, 37 bis 42 Konzentrate
93.84 Musiktherapie
41.06.01 Transfusion von Nabelschnurblutstammzellen allogen unverwandt
41.06.04 Transfusion von Nabelschnurblutstammzellen, allogen, Fremdbezug
99.B7.1J Intensivmedizinische Komplexbehandlung des Erwachsenen, 7361 bis 9200 Aufwandspunkte
    
    

Grösste Standardabweichung von der durchschnittlichen Behandlungsdauer
Das zweite Balkendiagramm zeigt die Standardabweichung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Dargestellt sind die zehn Behandlungsprozeduren mit der grössten Standardabweichung von der durchschnittlichen Behandlungsdauer, ergänzt mit der entsprechenden durchschnittlichen Behandlungsdauer und der jeweiligen Anzahl Fälle.
Die grösste Abweichung von der durchschnittlichen Behandlungsdauer gab es bei der "Musiktherapie" sowie beim "Verschluss einer anderen Harnblasenfistel."

    
CodeBezeichnung
93.84 Musiktherapie
57.84.99 Verschluss einer anderen Harnblasenfistel, sonstige
86.63.27 Großflächiges Vollhauttransplantat an das Gesäß
37.63.99 Reparatur von herzunterstützendem System, sonstige
84.07 Oberarm-Amputation
93.82 Beschäftigungstherapie
02.04.99 Knochentransplantation an den Schädel, sonstige
93.70.01 Nicht-instrumentelle Diagnostik fazio-oraler, artikulatorischer und stimmlicher Funktionen
39.65.51 Anwendung einer minimalisierten Herz-Lungen-Maschine: Dauer der Behandlung bis unter 48 Stunden
89.22 Zystomanometrie
    
    

Da bei den beiden Bar Charts die Fallzahlen teilweise sehr gering sind, muss die Aussagekraft in Frage gestellt werden. Alternativ könnten jeweils nur die Aufenthaltsdauer und die Standardabweichung derjenigen Prozeduren dargestellt werden, bei denen mindestens zehn Fälle pro Jahr registriert sind.

About

Im Rahmen der Masterveranstaltung Durchführung eines Open Data Projekts der Forschungsstelle für Digitale Nachhaltigkeit erstellten Studierende an der Universität Bern im Frühjahrssemester 2016 verschiedene Webapplikationen. Diese Applikation ist das Resultat einer elfwöchigen Gruppenarbeit zum Thema Schweizerische Operationsklassifikation.
Die Daten zu der Schweizerischen Operationsklassifikation sind öffentlich zugänglich auf der Webseite des Bundesamtes für Statistik BFS. Für die Visualisierungen wurden zwei Datensätze verwendet: Erstens eine CSV-Datei mit den Codes und der Bezeichnung der jeweiligen Behandlungsprozeduren; zweitens eine Excel-Datei mit Angabe der Anzahl Fälle, der durchschnittlichen Behandlungsdauer und der Standardabweichung der durchschnittlichen Behandlungsdauer pro Behandlungsprozedur im Jahr 2014. Die Daten mussten in einem ersten Schritt aufbereitet und die beiden Dokumente miteinander verbunden werden.

Die Behandlungsklassen des Schweizerischen Operationsklassifikationssystems sind zahlreich. Die Behandlungsprozeduren werden in sechs hierarchische Stufen eingeteilt. Bisher waren die Daten zu der Schweizerischen Operationsklassifikation nur in Tabellenform und nicht mithilfe einer Visualisierung dargestellt, was eine Übersicht erschwert. Die Herausforderung war, die Daten in einer ansprechenden und leicht interpretierbaren Form darzustellen. Für die Visualisierung der Anzahl Fälle 2014 wurden über 7'800 Codes in die Visualisierung eingespeist.

Die beiden Autorinnen haben sich entschieden, die CHOP mit zwei verschiedenen Visualisierungen –einer Zoomable Treemap sowie zwei Balkendiagrammen– darzustellen. Die Balkendiagramme ermöglichen es, essentielle Informationen zu Behandlungsprozeduren mit grosser Behandlungsdauer oder Standardabweichung rasch abzulesen. Dabei beschränkt sich die Darstellung auf die Behandlungsprozeduren der untersten hierarchischen Ebene mit den zehn extremsten Werten, um die Übersicht zu gewährleisten. Die Zoomable Treemap ermöglicht die schrittweise Erkundung der CHOP-Hierarchie und zeigt gleichzeitig die relative Fallzahl verschiedener Gruppen von Behandlungsprozeduren. Die Resultate mit kurzen Erläuterungen sind oben ersichtlich.


Grenzen unserer Visualisierungen
Die Zoomable Treemap ermöglicht einen vollständigen Überblick zu den Fallzahlen je Kategorie. Aus der Visualisierung kann pro Ebene intuitiv herausgelesen werden, welche relative Anzahl Fälle je Behandlungskategorie registriert wurden. Die durchschnittliche Behandlungsdauer sowie die Standardabweichung der Behandlungsdauer können darin jedoch nicht dargestellt werden, da die Aggregierung für statistische Werte nicht implementiert ist.
Durchschnittswerte und Standardabweichungen können in den Balkendiagrammen gezeigt werden, allerdings nur für einen reduzierten Teil des Datensets. Die Balkendiagramme ermöglichen so nur einen eingeschränkten Einblick (Darstellung von zehn aus über 7'800 Prozeduren) in die durchschnittliche Behandlungsdauer sowie die Standardabweichung von der Behandlungsdauer.
Eine grosse Herausforderung stellen die langen Bezeichnungen der CHOP-Kategorien dar: Es ist schwierig, lange Textteile in eine ansprechende und übersichtliche Visualisierung zu integrieren. Sollen mehrere Hierarchieebenen gleichzeitig ersichtlich sein, verschärft sich dieses Problem zusätzlich, da noch mehr Text gleichzeitig abgebildet werden muss. In der Zoomable Treemap kann beispielsweise die Hierarchie nur teilweise dargestellt werden, indem der grüne Balken nur die Bezeichnungen der aktuell angezeigte Kategorie sowie die nächsthöhere Ebene enthält und nicht wie bei anderen Zoomable Treemaps üblich den ganzen Hierarchiebaum. Ebenfalls wird bei Unterkategorien mit kleiner Fallzahl der Name oftmals nicht angezeigt, da der Text zu lang für das Feld ist. Erst wenn man mit der Maus auf das Feld fährt, wird die Bezeichnung eingeblendet. Dies erschwert die Navigation und schränkt den intuitiv fassbaren Informationsgehalt der Visualisierung ein.

Die oben gezeigten Balkendiagramme und die Zoomable Treemap sind eine leicht zugängliche Darstellung der CHOP-Klassifikation. Die erwähnten Schwächen der Visualisierungen könnten mit weiteren Anpassungen der Visualisierungen auf die spezifischen Anforderungen der CHOP-Klassifikation behoben werden. Dies lag jedoch ausserhalb der Programmierfähigkeiten der Autorinnen; mit vertieften Kenntnissen im Webdesign wären hier noch viele Optimierungen möglich.

Contact

Diese Webapplikation zur Schweizerischen Operationsklassifikation wurde von Barbara Stutz und Nathalie Bratschi erstellt.

Fragen und Anregungen können an die folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: chop.opendata@gmx.ch

        
    
    

Quellen

Als Datengrundlage dienten zwei Dokumente des Bundesamtes für Statistik:CHOP BFS
Das aufbereitete Datenset steht als JSON-File zum Download zur Verfügung:Rohdaten, Readme
Für die Zoomable Treemap wurde eine d3 Vorlage von Mike Bostock verwendet: Zoomable Treemap
Die Balkendiagramme wurden anhand einer c3 Vorlage erstellt: Bar Chart